FRAU SINDANI ANTWORTET AUF FRAGEN ZUR LAGE IN  DR KONGO, am Rande  einer  Konferenz in Berlin über die Einwanderung  und die andauenden Zuströmen afrikanischer  Flüchtlinge nach Deutschland und Europa

Journalist-1: Guten Morgen Frau Sindani. Was können Sie über die andauernde Massenflucht afrikanischer Flüchtlinge nach Europa sagen?

CONGO: GENOCIDE AND IMPUNITY SINCE 188

CONGO: GENOCIDE AND IMPUNITY SINCE 1885

Frau Sindani:Das ist besorgniserregend. Für diese Afrikaner handelt es sich  in den meisten Fällen von jungen Menschen, die ihre Länder verlassen, um Krieg und unanständiges Elend zu fliehen. Die vielen jungen Menschen, die im Mittelmeer sterben, sind die Kraft und Zukunft von morgen für Afrika, ein Kontinent, das sich von seinem lebenswichtigen Wesen entleert. Die Geschichte  wiederholt sich und es ist eine makabre Szene. Ich bin besorgt. Darüber hinaus werden viele von ihnen wieder nach Hause zurückkehren müssen, nachdem sie zu viel in ihrer Flucht gelitten haben und unvorstellbare Risiken eingegangen sind, um nach Europa zu kommen, wo die Meisten von ihnen  allerdings nicht aufgenommen werden können.

Dieses menschliche Drama sollte die Staatsführungen der afrikanischen Länder dazu zwingen, sich darüber Gedanken zu machen, wie diese Krise zu lösen ist. Aber es scheint ihnen egal zu sein!

Journalist-2: Wie geht es Ihnen Frau Sindani? Was ist mit der Situation im Kongo überhaupt, ist es außer Kontrolle geraten? Wird es Wahlen geben? Was ist Ihre Meinung dazu?

Frau Sindani: Ich bin froh, von Ihnen nach so vielen Tagen zu hören! Mir geht es gut und alles ist in Ordnung, außer der Situation im Kongo, die sich verschlechtert hat.
In Bezug auf Ihre 2 Hauptfragen möchte ich folgendes sagen. Ich möchte Sie zuerst daran erinnern, dass die Entscheidung, die von der EU, der US-Regierung und der UNO sowie von der CENCO getroffen wurde,  « Kabila » und sein Regime an der Macht gegen den Willen der Kongolesen und gegen die DR Kongo-Verfassung aufrechtzuerhalten, nachdem sein kontroverses Mandat am 19. Dezember 2016 abgelaufen ist, eine fatale Entscheidung war. Das war ein starkes Signal, das eindeutig bestätigte, dass einige internationale Institutionen, auch die örtliche Hauptkirche durch CENCO – nicht bereit sind, das Ende dieses kriminellen und illegitimen Regimes in der Demokratischen Republik Kongo zu unterstützen.

Journalist-1: Aber die internationale Gemeinschaft unterstützt doch die Demokratie und Gerechtigkeit in der Demokratischen Republik Kongo, nicht wahr?

Frau Sindani: Diese « Demokratie », die von internationalen Institutionen in der Demokratischen Republik Kongo seit 1960 unterstützt wird, ist ein Paradox, das alle ihre guten Willenserklärungen verspottet und gleichzeitig vernichtet, wenn sie nicht lächerlich macht. Dies ist ein Paradox, das auch von der kongolesischen Jugend, die seit Jahrzehnten geopfert wird, verurteilt wird. Darüber hinaus kann nichts verständlich sein zu behaupten, ihre Entscheidung « Kabila » und sein schreckliches Regime in allen Aspekten nach seiner von allen bekannten Weigerung, die Wahlen zu organisieren und die Macht entsprechend der DR Kongo-Verfassung zu verlassen, als „demokratisch“ rechtfertigen zu wollen.
Wie kann man verstehen, dass bis jetzt alle Beschlüsse und deren Aktionen, die die Kongolesen seit 1992 u. a. bei der « Conference Nationale Souveraine » unternommen haben, auch die der UNO-Experten und alle UN-Resolutionen seit 2001, um den Mineralkrieg und den Völkermord in der Demokratischen Republik Kongo zu beenden bis jetzt ignoriert wurden und damit alle Bemühungen für eine echte positive Veränderung in der Demokratischen Republik Kongo immer heftig und gewaltsam sabotiert wurden?

Congolese activists and students arrested by kabila's micice at peaceful protest against violation of the constitution

Congolese activists and students arrested by kabila’s micice at peaceful protest against violation of the constitution

Seitdem das « Kabila » -Regime an der Macht ist, gab es keine glaubwürdigen Wahlen, es werden auch keine freien und friedlichen Wahlen mit diesem Regime geben, wie wir es in den letzten 10 Jahren gesehen haben. Der ganze Prozess ist seit dem Ausbruch des internationalen und Mineralkrieges in der DR Kongo im Jahr 1996 voreingenommen und hochkriminalisiert, um das System und sein Regime des Terrors fortzusetzen. Weder der Wille der großen Mehrheit der Kongolesen, dieses kriminelle Regime zu beenden, noch die DR Kongo-Verfassung wurde respektiert oder berücksichtigt.
Deshalb sind die sogenannten « Wahlen » worüber unter einer illegitimen Regierung in der Demokratischen Republik Kongo gesprochen wird, eine zynische und gefährliche Propaganda, um die öffentliche Meinung abzulenken, um die wirklichen Zwecke  zu verbergen: die Aufrechterhaltung des Status quo, das bedeutet, dass es einen falschen « Sieg » durch Fälschungen bzw. Betrug und Gewalt mit Massenmord, die diese sogenannten « Wahlen » begleiten, gegen den Willen des kongolesischen Volkes, von dieser Regierung vorprogrammiert wird. Das ist keine Demokratie. Es ist auch keine Gerechtigkeit da!

Journalist-2: Sie meinen, dass die Aufzeichnung der internationalen und nationalen Politik des Kongo (Demokratische Republik) ein Misserfolg ist?

Frau Sindani:Sie sagen es, und ich darf ergänzen, es ist mehr als ein Versagen. Es ist eine Leugnung der Menschheit und deren Rechte gegenüber den Kongolesen. Es ist eine Politik, die das menschliche Gewissen auf der ganzen Linie in der Geschichte der Menschheit entstellt und verzerrt. Es gibt zu viele Ungerechtigkeiten, zu viele Leiden und zu viele Opfer im Kongo in völliger und anhaltender Straflosigkeit. Wir können nicht über « Demokratie » in der Demokratischen Republik Kongo sprechen, die seit 21 Jahren unter militärischer Besatzung steht.

Electoral mascarde and genocide in the Congo (DRC)

La GR milice privee de  » Joseph Kabila » tire a bout portant et a balles reelles sur la population a Kinshasa le 26 Novemebre 2011 lors de la campagne electorale

Wissen Sie was? Heute sind alle Institutionen in der Demokratischen Republik Kongo illegitim, d.h. ohne Volksmandat. Wie kann eine solche illegale und verantwortungslose Regierung das Land führen und « demokratische Wahlen » in wenigen Monaten organisieren, nachdem sie nicht bereit und nicht wollend ist, dies zu tun, seit mehr als 15 Jahren von Willkür, Korruption, schreckliche Verbrechen, Misswirtschaft und Plünderung von Staatsmitteln auf allen Ebenen? Die nationale und internationale Politik des Kongos (DR Kongo) hat sowohl die nationalen und die internationalen Akteure disqualifiziert und entmenschlicht. Die internationalen Institutionen haben sich seit 1885 in jeder Hinsicht nicht glaubhaft gemacht.

RDCONGO SOULEVEMENT POPULAIRE

RDCONGO SOULEVEMENT POPULAIRE 2015-2016 KABILA DÉGAGE

Jedoch setzt sich die große Mehrheit der kongolesischen Bevölkerung gegen dieses kriminelle Regime ein; und Millionen von Kongolesen sind durch Krieg umgekommen und weiterhin viele mit ihrem Leben bezahlen: viele andere sind inhaftiert, vor allem junge kongolesische Aktivisten, Frauen und Kinder, die täglich missbraucht werden und schreckliche Misshandlungen unter der UN-Beobachtungsmission « , gestern MONUC, jetzt MONUSCO im Kongo seit 1999 durchleben. Die kongolesischen Bevölkerungen werden täglich schrecklich behandelt, viele werden massakriert oder sind im Gefängnis und die ganze Welt schweigt!

Journalist-2: Haben die Kongolesen kein Vertrauen  mehr zu der UNO?

Frau Sindani:Wie können die Kongolesen von den Vereinten Nationen, der EU oder der US-Regierung erwarten, ihnen in diesem Zusammenhang echte Unterstützung oder Gerechtigkeit zu gewähren? Sie können höchstens auf die Zivilgesellschaft und die öffentliche Unterstützung der Zivilgesellschaft anderer Voelker durch Interessenvertretung, Bürgerinitiative und Bürgerrechtsorganisationen weltweit für ihren Kampf um Frieden, Gerechtigkeit und Menschenwürde zählen.

Journalist-2: Ein Schlusswort, vielleicht…?

Frau Sindani: Dieser Kampf für die Gerechtigkeit und Volks Verständigung sollte weitergehen und weltweit unterstützt werden. Wir können nicht aufgeben; Wir können diesen Kampf nicht aufgeben, indem wir das menschliche Gewissen in Frage stellen und die internationalen Rechte und die göttlichen Gesetze respektieren müssen.

Journalist-1 & 2: Vielen Dank, Frau Sindani.

Frau Sindani: Ich danke Ihnen!

Interview mit: Andreas Baender, Frieden für alle Org., und Deborah j. Wilson, Berlin, 7. März 2017